Dienstag, 10. Mai 2011

DIE PYRAMIDE DER STILLE

Vor vielen Jahren habe ich das Buch "Unfug des Lebens und des Sterbens" von Prentice Mulford (1834-1891) gelesen. Es hat mich ungeheuer gefangen genommen und ich habe es in einer Nacht durchgelesen. Ich habe viel mit ihm gemeinsam. Besonders das Aussteigertum. Aber auch sein Schreibstil hat mir sehr imponiert. Er hat nicht nachgeschrieben und seinen Individualismus bewahrt. Er hat rein intuitiv geschrieben. Ich weiss dies weil ich selbst viel Erfahrung darin habe. Und deshalb klingen seine Aussagen wahrhaftig und authentisch. Auch wenn er natürlich esoterische Vorbilder hatte. Aber er ist nicht abgehoben und war immer bodenverbunden. Sämtliche, sogenannte Aussteiger, pflegen die Bodenverhaftung. Auch mein Lebenswandel beweisst dies. Denn bei mir bleibt es nicht bei der Theorie. Ich bin Macher und als solcher konsequent im Ausprobieren von neuen Dingen. Auch wenn es meinen finanziellen Bankrott bedeutet. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Schon seit fast fünfzig Jahren mache ich dieses Wellenreiten mit.

Ein Abschnitt in seinem Buch hat mir besonders imponiert: "Die Kirche des schweigenden Verlangens". Ich gehe jetzt nicht auf den Inhalt ein. Denn sonst müsste ich ihn in grossen Strecken kopieren. Ich weiss also nichts mehr über die Einzelheiten. Nur, dass er empfohlen hat Gebäude der stillen Einkehr zu erstellen wo nur gute Gedanken "ausgebrütet" werden sollen. Er war davon überzeugt, dass die umgebende Materie des Gemäuers diese guten Gedanken speichert und so auch den anderen Menschen zugutekommen würden. Auch ich bin dieser Überzeugung. Es gibt heilige Orte wo man das unbedingt spüren kann. Und das brachte mich schon vor langer Zeit auf eine Idee. Und zwar will ich auf meinem Gartengrundstück eine 11 Meter hohe Pyramide aufbauen. Grundriss habe ich noch nicht festgelegt. Aber die Ausrichtung wird auf Süd-Nord sein. (Die Höhe von 11 metern empfinde ich subjektiv als gut und meinem Geldbeutel angemessen).

Als Material für das Skelett werde ich Holz benützen. (Da kann ich meine unnützen Holzreste aufbrauchen). Als Mantel werde ich die billigen Eternitwellplatten einsetzen. Denn ich bin ja kein Krösus. Oben werde ich die Spitze aus Glas gestalten. Mit farbigen Glasstückchen beklebt. Die Innenwand werde ich mit billigem Fliess ausschlagen. Und den Boden werde ich untergraben und darauf einen dicken Glasboden auslegen. Auch wieder von unten mit farbigen Glasstückchen beklebt und dann von unten mit Kerzen beleuchtet. In Tischhöhe in der Mitte der Pyramide werde ich ein grosses Wassergefäss mit Halbedelsteinen zu einem Drittel gefüllt aufstellen. Unten dann ein Wasserhahn anbringen um das geprägte Wasser in bereitgestellten Gefässen zum Trinken darzubieten. Und dann werde ich die Ergebnisse abwarten. Und wenn nur mein Gemüse und die Blumen in meinem Garten Eden besser gedeihen und sich in dieser seltsamen Umgebung wohlfühlen, dann ist es genug für mich.

Am Eingang zu meiner Pyramide werde ich auf das stille Gebot aufmerkam machen: BRINGT NUR GUTE GEDANKEN MIT HEREIN. Denn diese sind die wahren Gebete und nicht das winseln auf mehr Geld oder einem besser bezahlten Job. Den Wunsch nach Heilung und innerer Reinigung kann ich ja verstehen und eine entsprechende Umgebung kann da sehr gut als Placeboeffekt einwirken. Und da dies ja ein erwünschter Effekt ist werden auch diese verständlichen Wünsche wahr. Diese Pyramide werde ich umsonst der Öffentlichkeit zugänglich machen. Eventuelle Spenden in eine diskrete Spendenbüchse gegeben werde ich für Gutes verwenden. Ich selbst werde sehen wie ich mich auf andere Weise durchbringe. Bisher hat mir der Höchste immer geholfen. Wenn er mich auch manchmal gehörigem Leidensdruck auslieferte. Aber das ist halt seine Art der Erziehung von dem schwachen Menschengeschlecht. Obwohl wir mit gesunden Gottvertrauen eigentlich gar nicht so schwach sind.

Bin ich nicht verrückt? Ist mir egal. Mir machen solche Ausrutscher kindliche Freude und Spass. Und meine Neugierde was dabei herauskommt ist wirklich ein spannendes Erwarten. Wenn es nichts wird ist es auch nicht schlimm. Dann werde ich die Pyramide als Entspannungsraum benützen. Denn Entspannung brauche ich manchmal.

Kommentare:

  1. Ich übertrage diesen Artikel auf bumi bahagia.
    bumi yang bahagia = Erde welche glüclich.
    Indonesisch.

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  2. "glüclich" war untertrieben.
    Richtig muss es heissen "glücklich".
    Meinen dritten Finger rechts, den werd' ich mir mal vornehmen.

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