Mittwoch, 29. Februar 2012

COMISION VECINAL

Comision vecinal ist Spanisch und bedeutet auf Deutsch ungefähr Organisation der Nachbarschaft oder auch im Sinne dieses Textes,  organisierte Nachbarschaftshilfe.

Die Menschen in Südamerika merken so langsam, dass wenn sie dem Staat vertrauen sie erst recht verlassen sind. Da ich in Paraguay lebe schreibe ich über die paraguayische Variante von den Nachbarschaftszusammenschlüssen. Die Paraguayer und die Südamerikaner insgesamt bemerken langsam, dass sie im Stich gelassen werden und übernehmen immer mehr die Selbstverantwortung. Wahrlich kein Fehler. Zu lange hat man geschlafen.

In ganz Südamerika und auch in dem zurückgebliebenen Paraguay (Gott sei Dank, so greift die Bürokratie in Paraguay noch nicht so perfekt) werden die Menschen selbstbewusster und scheissen so langsam auf ihre korrupten Regierungen. Die durch die Arbeitslosigkeit steigende Kriminalität wird jetzt von Bürgerwehren bekämpft. Der Polizei kann man nicht mehr vertrauen weil sie oft selbst mit den kriminellen Subjekten zusammenarbeiten. Es werden von den Nachbarschaften nicht nur Bürgerwehren aufgestellt sondern auch Hinterhofzusammenkünfte organisiert wo es auch durchaus sehr ausgelassen zugehen kann. Eben Südamerikanisch. Die Menschen schliessen sich in Gruppen zusammen. Etwas was man in Deutschland nicht mehr kennt. Früher waren es ja die Stammtische wo nachbarschaftliche Dinge besprochen und auch Politik betrieben wurden. Und noch früher war es das Thing.

Auf dem Land in Paraguay machen sich so langsam die Carperos breit. Sie bilden provisorische, bunte und einfache Zeltdörfer (Zelt = Carpa, daher der Name Carperos) um ein Stück Land für sich zu beanspruchen was sich die kapitalistischen Agrarkolosse und vermögende Einzelfamilien unter den Nagel gerissen haben. Ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass manche Menschen schon über Generationen dort ein Stück Land bearbeitet haben und darauf über Jahrhunderte sesshaft waren. Eben ohne Titel und Papiere. Gewohnheitsrecht nennt man dies. Aber wen kümmert dies in einem demokratischen "Rechtsstaat"! Und die Bürokraten sehen nur die hingezauberten Paragraphen und nicht den Mensch.

Gott sei Dank ist der paraguayische Präsident, ein ehemaliger katholischer Bischoff, auf der Seite der entrechteten und liess jetzt Zeltschulen aufrichten. Gerade weil er Bischoff war wundert dies mich besonders. Ich bekomme immer mehr Respekt vor diesem Präsidenten obwohl er heftig von den Oberklassebürgern angegriffen wird. Auch hier werden diese egoistischen "Bürger" wahrscheinlich bald nicht mehr so ruhig leben. Das südamerikanische Volk wacht auf und einige ihrer Präsidenten sind es schon. Nur haben die es noch schwer gegen die Bonzen und Grossgrundbesitzer mit ihrem Einfluss und Kapital. Es wird auch hier Reibungen geben. Der Paradigmenwechsel ist nahe. Man sieht es an den Kleinigkeiten. Immer mehr Banker und Politiker verlassen das sinkende Schiff. Die Menschen organisieren sich. Wenigstens in Südamerika. Und nicht immer steht Gewalt im Vordergrund. Man weiss instinktiv, dass jetzt Selbsthilfe not tut. Und der Rest erledigt sich von selbst. Es ist ein Selbstreinigungsprozess bei der ganzen Menschheit zu spüren.

Endlich sehe ich auch ein kleines Lichtlein am Horizont von Deutschland aufgehen. Genauer gesagt das Licht von Fackelträgern in der Dunkelheit. Beherzte Menschen gehen mit Fackeln und weissen Gesichtsmasken auf die Strasse und machen eine kurzfristig angesagte Spontandemo. Und bevor die Polizei eingreifen kann verstreuen sie sich wieder im Schutz der Dunkelheit. Niemand kann so erkannt werden und deshalb auch nicht denunziert werden weil er um die Freiheit ringt. Es kann sich aus Zeitgründen keine verdeckte Polizeiaktion bilden um die Demos zu kriminalisieren. Eine grossartige Idee die das Potenzial hat weltweit zum Durchbruch zu kommen. Den Link zu dieser Organisation die diese Demos in die Welt setzten möchte ich nicht versäumen zu erwähnen: spreelichter.info Ich werde ihn sogar oben rechts einsetzen. Eine Idee die zur rechten Zeit in die Welt gesetzt wurde.

Auch in der Oberliga, den Schweineeliten, macht so mancher die Mücke oder begeht Verrat und dreht das Fähnchen in den neuen Wind. Wenn es denn nur nicht zu spät ist. Denn was nützt aller Reichtum wenn die Papierfetzen wertlos sind. Was nützen Sachwerte und Immobilien die man enteignen und konfiszieren kann. Der Kaiser wird bald nackt dastehen. So kann es gehen wenn man im sogenannten Informationszeitalter lebt. Informationen sind nicht nur für die Elite nützlich. Es ist zu spät diesen Informationsfluss aufzuhalten. Leute, kriecht aus euren Löchern. Vorerst halt anonym und mit Fackeln in der Hand. Bald werden die weissen Masken die Anzahl der Gerechten und nach Frieden und einer menschlichen Grundversorgung schlürfenden Menschen aufzeigen. Es sind unzählig viele.

Kommentare:

  1. Vernetzt sein zahlt sich aus

    http://www.krisenvorsorge.com/modules/news/article.php?storyid=4276&location_id=109&topicid=7

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    1. der Link funktioniert bei mir leider nicht. Googel zeigt nicht bekannt an.

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  2. Robert,
    dann bitte versuchen von Hand einzugeben. Meist klappt es dann. Ansonsten kann ich keinen anderen Typ geben. Bin kein Computerkenner.

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  3. "Gerade weil er Bischof war wundert dies mich besonders. Ich bekomme immer mehr Respekt vor diesem Präsidenten, obwohl er heftig von den Oberklassebürgern angegriffen wird."

    Für mich ist auch interessant, daß Paraguay von einem ehemaligen Bischof geleitet wird. Denn Paraguay war ursprünglich ein theokratischer Staat der Jesuiten, die ihre Schützlinge, die Indianer, gegen die verderblichen Einflüsse der Europäer abschirmten.

    Deswegen wurde auf Betreiben Pombals der Jesuitenorden vom Papst verboten und am 16.09.2011 habe ich in

    http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=1905

    geschrieben:

    "Heute brachte Arte eine verlogene Erzählung zum Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755. Der portugiesische Minister und Reformator Pombal habe dem Aberglauben der Jesuiten widerstanden und sie deswegen austreiben lassen. Alles nur Geschichtsklitterung. ...

    Pombal: das sind die Vorbilder, die uns der öffentlich-rechtliche Rundfunk anempfiehlt und die er benutzt, um die katholische Kirche zu diffamieren. Vermutlich war Pombal einer der Illuminaten, die in Bayern mit äußerster Härte die Säkularisation durchführten, so daß er jetzt im Umerziehungsrundfunk so gut wegkommt."

    Nach der Staatsgründung wurde Paraguay von dem Advokaten Francia geleitet, "durch Gelehrsamkeit und Tugenden hoch gestellt in der Achtung seiner Mitbürger", der seinen Staat allen Fremden verschloß. Beckers Weltgeschichte von 1838: "Artigas, ein Kriegshäuptling aus der benachbarten Rio de la Plata Republik, der infolge dort erregter Unruhe nach Paraguay entflohen war, ward trotz seiner früheren Freundschaft mit dem Diktator festgenommen und bis an seinen Tod in einem Kloster verpflegt. Der Reisende Bonpland mußte, nachdem er 1821 Paraguay betreten hatte, daselbst viele Jahre als Gefangener bleiben."

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