Donnerstag, 28. April 2011

CHAOS ÜBERLEBEN

Diesmal möchte ich ein paar Ratschläge geben wenn das Chaos ausbricht. Mit dem Bewusstsein, dass jede Situation anders ist. Und deshalb sind es sehr allgemeine Vorschläge und man sollte sich auch selber darüber Gedanken machen weil man seine jeweilige persönliche Situation am Besten kennt.

Meistens entsteht Chaos wenn den Menschen der Boden unter den Füssen weggezogen wird. Und das passiert auf jeden Fall spätestens dann wenn die Geldautomaten nichts mehr ausspucken. Auf dem Land ist das weniger problematisch, aber in den Städten wird es zum Chaos kommen. Besonders Deutschland mit dem hohen Ausländeranteil wird einen Sündenbock suchen. Da kann es sehr leicht zu Ausschreitungen kommen. Auch werden sofort Plünderungen eintreten. Die Städte werden also höchst unsicher. Dann sollte die berechtigte Angst beachtet werden und dem Fluchtinstinkt nachgegeben werden. Und da sollte man sich rechtzeitig vorbereiten. Auch geistig. Und natürlich vorher darüber nachdenken wohin man sich wenden kann. Denn sowie man aktiv wird und seine Sachen nimmt die man schon situationsbedingt vorbereitet hat, verfliegt die Angst. Denn dann nimmt das Ding, nämlich die Flucht, seinen Lauf. Und da möchte ich nochmals unbedingt darauf aufmerksam machen, dass man sich vorher überlegt welcher sinnvolle Weg möglich ist.

Hat man Verwandte in ruhigen Gebieten auf dem Land? Hat man Freunde die einen vorübergehend aufnehmen? Wenn nicht, dann sollte man sich ein ruhiges Gebiet aussuchen das man erkundet. Möglichst schon rechtzeitig. Und dann heisst es sich überlegem was man als Grundausrüstung für das Überleben braucht. Ich habe durch meine Gammlerzeit (Wanderjahre, in den Tag hineinleben), doch schon einige Erfahrungen darin gesammelt. Besonders was die Schlafstellen betrifft und das Übernachten im Freien. Auch bei Schnee und Regen. Das ist gar nicht so schlimm wie es sich anhört. Natürlich muss man weitgehend gesund dazu sein. Wenn das nicht der Fall ist muss man sich unbedingt einer Gruppe anschliessen. Später mehr dazu.

Man braucht als Marschgepäck nicht viel. Es sollte nicht mehr als 10 Kg wiegen. Denn sich auf den Strassen in Chaoszeiten zu zeigen ist nicht ratsam. Man muss also viel zu Fuss gehen. Auto ist gut, aber die Benzinversorgung kann ausfallen. Und manchmal ist es ratsam oder notwendig das Auto zurückzulassen. Das Wichtigste ist ein leichtes Gepäck. Der Schlafsack sollte robust und warm sein. Er muss nicht Wasserfest sein. Daher nimmt man eine Vielzweckplane mit. (Beim Campingbedarf oder auch im Militärladen nachsehen. Die echten neuen oder gebrauchte Militärsachen sind sehr strapazierfähig). Wenn man im Schnee oder bei Regen ohne Dach schlafen muss steigt man in seinen Schlafsack und rollt sich in die Vielzweckplane ein. Unten an den Füssen schlägt man die Vielzweckplane um und oben zieht man die Restplane über den Kopf bis nur noch ein kleiener Schlitz seitlich offen bleibt. Dies hält ungemein warm und man bleibt trocken. Zelt kann man vergessen. Meistens ist man am Abend so müde, dass man nicht mehr an das Aufbauen denken kann. Ich weiss das aus Erfahrung. Zelt ist nur bei einem Daueraufenthalt gut. Aber Beweglichkeit ist in Notsituationen das Wichtigste.

Ein Taschenmesser mit Büchsenöffner Schweizer Art, oder gleich ein Schweizer Taschenmesser (Qualität) ist sehr wichtig. Zudem sollte man auch einen Dolch haben. Also ein Messer mit einer langen und starren Klinge zum Verteidigen. Ein Überlebensmesser ist zu empfehlen. Auch auf Qualität achten. Dann braucht man ein Sturmfeuerzeug mit Benzinfüllung und Nachfüllflasche und einige Haushaltskerzen. Kochgeschirr aber keinen Kocher. Viel zu umständlich. Offene, kleine Feuerstelle und ein Dreifuss aus Stecken oder ein paar Steine genügen. Das Feuer muss immer so klein gehalten werden, dass es den Topf am Boden kaum umzüngelt. Auf jeden Fall nicht zu weit hochschlägt.

Als Schuhe sind am Besten robuste Wanderschuhe geeignet. Sie sollten ein paar mal eingelaufen werden. An Kleidern nur das was man anhat. Je nach Jahreszeit einen dicken Pullover und auf jeden Fall einen Annorak. Etwas Unterwäsche und drei, vier paar Strümfe. Mehr nicht. Denn Kleider jeden Tag wechseln geht nicht. Und robuste Kleidung hält auch einigermassen lange. Wenigstens so lange bis sich die Lage beruhigt. Also, lieber weniger als mehr.

Wenn man Familie hat geht man natürlich zusammen. Wenn man alleine ist sollte man sich einer Gruppe anschliessen. Dies kann auch unterwegs geschehen. Vor allem wenn man noch unerfahren und ängstlich ist. Die Angst legt sich aber sehr schnell. Innerhalb von zwei, drei Tagen, dann ist man durch. Haltbare Nahrung ist natürlich immer gut. Eben soviel man mitnehmen kann. Man kann auch viel, je nach Jahreszeit, im Wald und auf der Heide finden. Eben das was man kennt. Notfalls auch ein Tier erlegen. Aber da gebe ich keine Ratschläge. Da sollte man schon etwas Erfahrung haben. Aber trotzdem, wenn man Hunger hat einfach ran an den Braten. Da muss man dann halt durch. Wenn man angefangen hat das Überleben aktiv auszuüben wird man automatisch kreativ. Da sollte man sich nicht sorgen. Vielleicht sollte man sich nochmals meine Posts über den Instinkt und die Intuition vornehmen, dann gewinnt man Selbstvertrauen. Einfach in das kalte Wasser springen und anfangen zu schwimmen. Man glaubt nicht wie schnell man sich an das neue Leben gewöhnt.

Jetzt zu den Gruppen. Es sind nur ein paar Tage oder Wochen wirklich schlimm. Aber sehr schnell formiert sich eine Bürgerwehr. Und da kann man sich Gruppen anschliessen die vertrauenswürdig sind. Man merkt schon, welche es ehrlich mit einem meinen. Es sind meistens gemischte Gruppen mit Kindern. Also ganz normale Leute die sich gegenseitig stützen und so einen Überlebensmut gefunden haben der das Wichtigste ist. Auch auf dem Land ist gesunde Vorsicht geboten. Die Bauern sind nicht immer freundlich. Weil sie oft ungebetenen Besuch haben. Auch in einem Dorf sollte man Vorsicht walten lassen. Man merkt an den Reaktionen und dem Misstrauen woran man ist. Notfalls ohne Kontakversuche sich still und leise verziehen. Noch lange verfolgen einem die Augen. Nicht darum kümmern. Einfach seines Weges gehen. Wenn man aber freundlich aufgenommen wird ist es umso besser. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in jedem Dorf verschieden ist. In einem Dorf bekommt man etwas zu essen und im Nebendorf wird einem der Hofhund nachgejagt. Jedes Dorf ist eine abgeschlossene Gesellschaft und jedes Dorf hat andere Erfahrungen mit ungebetenem Besuch.

Und nochmals zur Beruhigung. In Europa sind Hungertage möglich aber verhungern tut man nicht. Wasser gibt es überall. Fluss oder Brunnenwasser. Stehendes Wasser in kleinen Pfützen ist oft faulig, also Vorsicht, sonst kann einem der flotte Otto (Durchfall) schwächen. Sterben aber tut man nicht so schnell. Ein bisschen Schmutz hat noch keinem geschadet. Und die Situation kann nur besser werden in Krisenzeiten. Danach kann einem keine Ausnahmesituation mehr umhauen. Das garantiere ich.

Kommentare:

  1. Danke für den Artikel. Zum Kocher möchte ich noch was sagen.

    Kocher und Geschirr kann schnell verlohren gehen und macht viel Lärm. Als Alternative sollte man lernen wie man Holzgefässe brennt und wie man damit kocht, oder auch Lehm. ZB Stein glühen lassen und ins Gefäss mit Wasser werfen, das Wasser kocht oft schneller als ein moderner Wasserkocher.

    Für dies und tausend andere Sachen möchte ich mein Blog nun auch praktisch im realen zeigen, wie meine/unsere Tipps umgesetzt werden kann.
    www.autarkleben.info

    AntwortenLöschen
  2. @Lebenskunst,
    vielen Dank für die Unterstützung. Das mit dem heissen Stein ist eine hervorragende Idee. Man lernt eben nie aus. Ich weiss aus eigener Erfahrung dass ein kleiner Trick und Tipp für sehr viel Erleichterung sorgen kann.

    Warmes Essen ist nicht überlebensnotwendig. Aber einen heissen Tee aus Fichtennadeln, Brennesseln oder eine sonstige Mischung usw. kann bei Kälte Wunder bewirken. Der Körper bekommt wieder Kräfte und der Geist wird wieder munter.

    Ich selbst habe fast immer, wenn ich auf Tramp war, zumindest Schwarztee bei mir gehabt. Ein kalter Morgen wurde so gerettet. (Das mit dem heissen Stein ist wirklich gut, weil man da in fast jedem Gefäss ein heisses Getränk zubereiten kann)!

    AntwortenLöschen
  3. Danke wieder sehr guter und hilfsreicher Beitrag hier noch ein paar Links wo man jetzt schon (zumindest in der Theorie etwas üben kann).

    http://www.human-survival-project.de/

    http://ueberlebenstipps.de/nahrung-essen.php

    http://www.amazon.de/Essen-aus-Natur-Kr%C3%A4uter-verwenden/dp/3868510214

    Und natürlich der Rüdiger Nehberg seine Bücher sollten in keiner Sammlung fehlen.

    http://www.ruediger-nehberg.de/

    AntwortenLöschen